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Baustelle Erdgeschoss

Autor: bucher 26.07.2017
Am Anfang war uns noch gar nicht so recht klar, was uns unter dem Putz erwarten würde. So nach und nach legte ich das alte Fachwerk unter dem Putz frei. Mit Begeisterung stellte ich fest, welch tolles Fachwerk hier zum Vorschein kam. Mit jedem freigelegten Quadratzentimeter ertönte ein "Oh Weh" aus meinem Munde.

Es zeigte sich, dass der "schöne" Putz die aufsteigende Feuchtigkeit der Kellerwände und des Fundamentes nicht entweichen lies. Somit hatte die Grundschwelle (also der erste Querbalken auf dem Fundament) keine Chance dem Angriff der Feuchtigkeit und der Zersetzung zu wiederstehen. Er löste sich in Nichts auf. Teilweise konnte ich die Eichenbalken wie Mehl aus der Wand kratzen.

Aufgelöste Grundschwelle
Grundschwelle 2002
Grundschwelle, Dez. 2002 und Okt. 2006

Auf der Rückseite des Hauses ging das so weiter und so nach und nach wurde mir Angst und Bange. Ich fragte mich: "Worauf steht denn das Haus, wenn die Grundschwelle so mehlig ist". Hier hielt scheinbar bloÃ? noch der nachträglich auÃ?en herumgemauerte Ziegelsteinsockel. Damit hätte ich gern einmal einen Statiker konfrontiert, um seine Reaktion zu erleben. Der hätte wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen und hätte fluchtartig das Grundstück verlassen.

Preisrätsel für Statiker
Rückseite 2002
Ziegelsteinsockel, Dezember 2002

Also, an der Stelle erst mal Stop. Hier muss erst mal abgesprieÃ?t werden, bevor das Haus zusammenfällt.

Gesagt - getan. Zuerst wurde alles abgesprieÃ?t und dann komplett freigelegt. Das, was von der Grundschwelle noch übrig war, wurde entfernt. Dabei stellte sich heraus, dass das Fundament nur aus lose, aufeinander gestapelten Bruchsteinen bestand. Die Auflagefläche für die neue Grundschwelle war viel zu uneben und scharfkantig für eine Bitumenschicht als Feuchtigkeitssperre. Also, was blieb uns anderes übrig, als das Fundament rauszureiÃ?en und mit Beton aufzufüllen.

Nur keine Bange das wird schon wieder
Rückseite 2002
Wand abgestützt, Dezember 2002

Nachdem der Beton ausgehärtet war, wurde die Bitumenbahn auf das neue Fundament gelegt. Die neue Eichengrundschwelle legten wir darüber und die abgesägten senkrechten Balken verlängerten wir mit altem Holz bis auf die Grundschwelle. Zur Stabilisation wurde die Trennstelle zwischen den waagrechten Balken mit dicken Eisenschienen versteift. AnschlieÃ?end mussten wir die Gefache nur noch mit druckfesten Wärmedämmsteinen ausmauern. Diese sollten der Fachwerkwand wieder genügend Stabilität geben.

Endlich wieder Boden unter den FüÃ?en
Rückseite 2003
Neue Steine, Februar 2003

Und so schaut die Hausrückseite nach 3 Jahren Sanierungsarbeit aus. Ich denke es hat sich gelohnt. Es sind noch ein paar Details zu machen aber ansonsten ist das Ergebnis recht ansehnlich.

Fertig: Neuer Putz und etwas Farbe
Rückseite 2006
Neuer Putz und Farbe, Mai 2006

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